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QRP an der See 2004 Das vom OV EØ9 Ahrensburg/Großhansdorf in 2003 erstmals für Funkamateure der QRP- und Selbst-bauszene im Großraum Hamburg organisierte Treffen stieß auf unerwartet große Resonanz. Damit war die Fortsetzung in 2004 vor-programmiert. Das Treffen in 2003 war entstanden, weil ein kleiner Kreis von Aktivisten aus dem OV E09 den Selbstbauern und Tüftlern in unserer Region ein Forum zum Gedanken- und Wissensaustausch schaffen wollten. Gleichzeitig sollte auch die Jugend- und Ausbildungsarbeit in den Vordergrund des Interesses gerückt werden. Deswegen wurde als Sonder-DOK Ø3QSJ für QRP, Selbstbau und Jugend gewählt. Leider war sowohl im letzten wie auch in diesem Jahr der Jugendbeitrag verschwindend gering. Dafür war aber unsere Jugendarbeit in 2004 der entscheidende Schlüssel zum neuen Veranstaltungsort Todendorf. In der Weihnachtszeit hatten wir in der zur Gemeinde gehörenden Grundschule mit Kindern blinkende Tannenbäume zusammengelötet. Die Begeisterung bei Schülern, Lehrern und Eltern war groß und wir wurden um eine Wiederholung im Rahmen einer Ferien(s)passaktion gebeten. Stefan DJ7AO bot eine Fuchsjagd in einem kleinen Wäldchen in der Nähe an, weil wir ein bisschen mehr in Richtung Amateurfunk gehen wollten. Gleichwohl hatten wir für schlechtes Wetter vorgesorgt und Bausätze der AATiS besorgt. Die Fuchsjagd war ein voller Erfolg und die anwesenden Gemeindevertreter waren so beeindruckt, dass sie uns die Türen zu dem nagelneuen Gemeindezentrum für unser Treffen im September 2004 öffneten. Damit war ein großes Problem gelöst. Die Mietkosten für das Kreisjugendheim Lütjensee, in dem das Treffen in 2003 stattfand, waren nämlich so hoch, dass wir uns dort eine Wiederholung nicht hätten leisten können. Aus den Erfahrungen der ersten Veranstaltung hatten wir gelernt, dass es besser ist, das Vortragsangebot auf einen Tag zu konzentrieren. Deshalb war der Freitag diesmal nur ein Aufbautag und der Sonntag ein gemütlicher Klönvormittag, an dem fast nebenbei das Aufräumen erledigt wurde. Am Samstag war von morgens bis abends durchgehend Betrieb auf der Vortragsbühne. Die eigentlich vorgesehene Mittagspause musste zum Leidwesen unseres Chef-Grillers Harald DL2HCK ausfallen und es ist seiner Erfahrung zu verdanken, dass immer rechtzeitig genügend Fleisch und Wurst verführerisch vom Grill duftete. Andernfalls hätte wir nicht alle Vorträge unterbringen können. Trotzdem ist keiner verhungert oder verdurstet. Das Fachsimpeln bei Bratwurst, Kaffe und Kuchen und später auch dem einen oder anderen Bierchen kam nicht zu kurz. Der dafür extra eingerichtete Klönbereich wurde ganztägig rege genutzt. Begonnen hat unser Vortragsprogramm mit schier grenzenlosem Fernweh. Udo DL9HCU schwärmte von seinen Reisen im Pazifikraum, zeigte traumhafte Bilder, stellte uns seine auf Gewicht und Platzbedarf optimierte QRP-Ausrüstung vor und gab jede Menge Tipps für Nachahmer. Olaf DL2OH zeigte in einem spannenden Experimentalvortrag, dass man keine Angst vor der Erstellung eigener Platinen haben muss. Mit Keksbüchse, Teelichtern, Energiesparlampen, Tintenstrahldrucker und dem kostenlosen Programm Eagle entstand unter den Augen der Zuhörer eine perfekte Platine. Alle staunten über seine genial einfachen und größtenteils kostenfreien Problemlösungen. Man war sich einig, es gibt keine Ausrede mehr, seine Platinen nicht selbst herstellen zu können. Der bekannte QRP-Papst Peter DL2FI baute unter freiem Himmel seine neueste "unmögliche" Antenne auf und bewies mit einem Antennenanalyzer deren Funktionsfähigkeit. Gleichzeitig erklärte er seinen gebannt lauschenden Zuhörern die physikalischen Zusammenhänge ohne Formeln und komplizierte Sachverhalte. Gerald DK7XE, ausgewiesener APRS-Spezialist, entfesselte eine wahre Materialschlacht, um uns die ganze Bandbreite der möglichen Anwendungen live zeigen zu können. Überraschend war sicherlich für viele zu sehen, dass man in diesem Betriebsmodus mehr als nur die geografische Position übertragen kann und sogar die Fernsteuerung des heimischen PCs realisierbar ist. Sven DL8HCO ließ uns hinter die Kulissen eines Contests blicken. Ausrüstung, PC-Einsatz, Taktik, Standort, Mannschaft, zu allem hatte er Bilder und Erläuterungen. Für viele Zuhörer, die sich bislang nicht an einen Contest getraut haben, war das höchst interessant. Sicherlich muss man auch das "contesten" üben und es bedarf auch einer gewissen Ausrüstung. Unüberwindbare Hürden gibt es aber für den Otto-Normalfunker eigentlich nicht. Leider erst recht spät konnte Claus DL4CS wegen beruflicher Termine zu uns stoßen. Er brachte mehrere selbstentwickelte und auch selbstgebaute Funkgeräte mit. Claus ist Autor verschiedener Bücher zum Thema Selbstbau von Zubehör und Zusatzgeräten. Damit war er natürlich ein gesuchter Diskussionspartner für die fortgeschritteneren Bastler unter uns, die nicht nur nachbauen sondern auch Schaltungen selbst entwickeln. Bei den aufgebauten Gerätschaften fand sich die eine oder andere kleine Idee, die zum Nachahmen anregte. Beispielsweise war die Abspannung des Angelrutenmastes von Gerald DK7XE eine sehr einfache aber dennoch wirkungsvolle Variante eines bekannten Themas. Und auch die Fuchsjagd war wieder ein bei Jung und Alt gern genutzter Programmpunkt. Dieter DL1LAD, Ausbildungsreferent im Distrikt E, hatte Sender im Gelände versteckt und so mancher OM machte seine ersten Erfahrungen mit den Peilempfängern. Den ganzen Tag über waren die im Foyer aufgebauten Tische mit Bauteilen und Zubehör dicht umlagert Werner DL9HAF bot Antennen, Mantelwellensperren, Duplexer und die in der cqdl vorgestellten Kondensatoren aus Eigenproduktion an. Niko DL7NIK hatte den mobilen Laden von QRPproject mitgebracht. Wir haben bewusst auf einen Flohmarkt verzichtet und nur ein sehr beschränktes, dafür aber qualitativ umso hochwertigeres Angebot zugelassen. Die Besucherreaktionen bestätigten unsere Entscheidung. Was war nun das Wichtigste bei dem Treffen QRP an der See 2004 ? Nach meinem Eindruck war es der Wunsch der aktiven Amateurfunk-Gemeinde in der Region, sich einmal in Ruhe ohne Zeitdruck treffen zu können, um miteinander Ideen und Lösungen praktisch ebenso wie theoretisch miteinander austauschen zu können. Diesen Wunsch konnten wir erfüllen und unser Angebot wurde von über 80 Gästen intensiv genutzt. Joachim Scholz DJ8LD |
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